Warum ich mein Gehirn Helene nenne und ihr nicht mehr alles glaube :)
⚠️ Triggerwarnung
Ich spreche in diesem Beitrag auch über starke Emotionen, Gedankenspiralen und Panikattacken. Bitte schau kurz, ob du dich heute gut und stabil genug fühlst, um das zu lesen. 💛
Es war hier wirklich lange ruhig. Nämlich so richtig lang. Und das hatte viele Gründe: Mein Alltag im Jahr 2025 war nicht nur voll, sondern teilweise auch mit neuen Herausforderungen gespickt. Meine Fernsehsendung ging weiter, Schule lief weiter, mein Mentaltraining-Job, meine Kids und insgesamt das ganz normale Familienchaos zwischendurch… Und irgendwo mittendrin bin ich immer mehr untergegangen, um nicht zu sagen fast ertrunken … Bloggen war zwar immer etwas, das ich liebe – aber dafür fand ich im Jahr 2025 echt keinen Platz.
Erst jetzt, im Dezember :), merke ich, wie langsam wieder Luft hereinkommt. Ideen. Energie. Vielleicht auch ein kleines „Juhuu, ich bin ja doch noch da“, das aus irgendeiner Ecke meines Körpers zurückwinkt. Und genau deshalb schreibe ich euch heute hier.
In den letzten Wochen hat mich vor allem ein Thema besonders beschäftigt oder beinahe schon verfolgt: mein Gehirn und der ganze blöde Zirkus, der darin oft vorgeht :). Ja, ich bin Mentaltrainerin, aber auch meine grauen Zellen machen manchmal, was sie wollen …. Übrigens habe ich meinem Gehirn einen Namen gegeben: Helene.
Warum? Weil es so viel leichter ist, sich von den Gedanken, die darin vorgehen, zu distanzieren. Und weil ich manchmal lachen muss, wenn ich denke: „Okay Helene, really???? Das war jetzt schon wieder ein bisschen dramatisch.“
Was mich beim Thema Gedanken gerade am meisten beschäftigt, ist vor allem der direkte Weg von Gedanken → zu Gefühlen → zu ganzen emotionalen Sturmwarnungen. Ihr kennt es vielleicht: Manchmal reicht ein Satz im Kopf. Oder ein blöder Moment. Eine Erinnerung. Und schon rollt eine Welle an Emotionen los und oft nicht die Angenehmsten. Bei mir kann das auch so weit ausarten, dass ich eine Panikattacke bekomme, dissoziiere und gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Leider kenne ich all diese Dinge seit einem traumatischen Erlebnis vor Jahren nur zu gut.
Wirklich! Fuck off den Satz „What doesn’t kill you makes you stronger…“. Klar, mag zum Teil sicher stimmen, aber nur zu oft auch mit dem Zusatz „…and gives you trauma“. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Zum Glück habe ich über die Jahre gelernt, was bei mir Panikattacken auslösen kann und wie ich sie entschärfen kann. Und vor allem habe ich auch gelernt: dass ich nicht jede Katastrophenmeldung in meinem Kopf glauben muss. Pow, und ich sage euch, Helene ist nicht nur bastlerisch kreativ, sie könnte auch super Horror-Movies schreiben.
Spannend (und erschreckend) ist auch: Bei meinen Schüler:innen sehe ich oft mittlerweile dasselbe. Ich mache ja Mentaltraining mit ihnen – und selbst Kinder, die äußerlich super stark wirken, haben innen drinnen oft echt harte Glaubenssätze über sich laufen. Viel zu hart.
Es tut mir oft richtig weh, zu sehen, wie früh das beginnt. Und gleichzeitig zeigt es mir, wie wertvoll dieses Arbeiten mit Gedanken und weiterführend mit Emotionen ist.
Ein Wort, das ich ihnen dabei schon immer wieder mitgegeben habe, ist Negativitätsbias.
Ganz simpel gesagt: Unser Gehirn ist „leider“ darauf programmiert, Negatives intensiver und schneller wahrzunehmen. Ein alter Urzeit-Mechanismus, der uns damals vor Säbelzahntigern schützen sollte… heute aber eher dafür sorgt, dass Helene aus einem kleinen Problem direkt ein Weltuntergangsszenario bastelt.
Also ja, Helene redet viel – aber ich entscheide inzwischen, welche Geschichten bleiben dürfen und welche einfach in den mentalen Papierkorb wandern. Und auch du kannst bei deinem eigenen Gehirn jederzeit selbst entscheiden, welche Story du annimmst … und welche du liebevoll ziehen lässt. Deine Melanie
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